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4.4 Vertikale Abstände

@translationof Vertical spacing

Vertikale Abstände werden durch drei Eigenschaften bestimmt: wieviel Platz frei ist (etwa Papiergröße und Ränder), wieviel Platz zwischen Systemgruppen (engl. system) gesetzt werden soll und wieviel Platz zwischen Notensystemen (engl. staff, Pl. staves) innerhalb von Gruppen gesetzt wird.


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4.4.1 Flexible vertikale Abstände in Systemgruppen

@translationof Flexible vertical spacing within systems

Drei unterschiedliche Mechanismen kontrollieren das flexible Abstandaufteilung in Systemgruppen, einer für jede der folgenden Kathegorien:

Die Höhe jeder Systemgruppe wird in zwei Schritten bestimmt. Zunächst werden alle Systeme anhand des vorhandenen Platzes aufgeteilt. Dann werden die nicht-Notensysteme (also Akkorde oder Gesangstext) zwischen den Systemen verteilt.

Es ist zu beachten, dass der Platzverteilungsmechanismus, der in diesem Abschnitt behandelt wird, nur die vertikale Platzierung von Systemen und nicht-Systemzeilen in einzelnen Systemgruppen behandelt. Die vertikale Platzierung zwischen einzelnen Systemgruppen, Partituren, Beschriftungen usw. und den Rändern wird durch \paper-Variablen kontrolliert, die Vertikale \paper-Variablen mit flexiblen Abständen.


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Eigenschaften für Abstände innerhalb von Systemgruppen

@translationof Within-system spacing properties

Der vertikalen Platzierungsmechanismen für Abstände innerhalb von Systemgruppen werden durch zwei Gruppen von Grob-Eigenschaften kontrolliert. Die erste Gruppe ist mit dem VerticalAxisGroup-Grob verknüpft, der von allen Notensystemen und Nicht-Notensystemzeilen erstellt wird. Die zweite Gruppe ist mit dem StaffGrouper-Grob verknüpft, der von Systemgruppen erstellt werden kann, aber nur, wenn das explizit verlangt wird. Die einzelnen Eigenschaften werden am Ende dieses Abschnitts beschrieben.

Die Bezeichnungen dieser Eigenschaften (mit Außnahmen von staff-affinity) haben das Format Element1-Element2-spacing, wobei Element1 und Element2 die Elemente sind, deren Abstände eingestellt werden sollen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Element2 sich nicht notwendigerweise unterhalb von Element1 befindet; beispielsweise nonstaff-relatedstaff-spacing (Nicht-Notensystem-verwandtesNotensystem) misst von dem Nicht-Notensystem nach oben, wenn staff-affinity (Richtung, an der sich ein System ausrichtet) auf UP (nach oben) eingestellt ist.

Jeder Abstand wird zwischen den Referenzpunkten der zwei Objekten gemessen. Der Referenzpunkt eines Notensystems ist die vertikale Mitte seines StaffSymbol-Objekts (also die Mittellinie, wenn line-count (Notenlinienzähler) ungrade ist, oder der mittlere Zwischenraum, wenn line-count grade ist). Die Referenzpunkte für einzelne Nicht-Notensystemzeilen ergibt sich aus der folgenden Tabelle:

Nicht-NotensystemzeileReferenzpunkt
ChordNamesGrundlinie
NoteNamesGrundlinie
LyricsGrundlinie
Dynamicsvertikale Mitte
FiguredBasshöchster Punkt
FretBoardsOberlinie

Im nächsten Bild zeigen horizontale Striche die Positionen dieser Referenzpunkte an:

[image of music]

Jeder der vertikalen Platzierungs-Grobeigenschaften (außer staff-affinity) benutzt die gleiche Alistenstruktur wie die \paper-Variablen, behandelt in Vertikale \paper-Variablen mit flexiblen Abständen. Besondere Methoden um Alisten zu verändern finden sich in Alisten verändern. Grob-Eigenschaften sollten mit dem \override-Befehle innerhalb einer \score- oder \layout-Umgebung angepasst werden, nicht innerhalb einer \paper-Umgebung.

Das folgende Beispiel zeigt die beiden Arten, Alisten zu modifizieren. Der erste Aufruf verändert nur einen Schlüsselwert einzlen, während der zweite die Eigenschaft komplett neu definiert:

 
\new Staff \with {
  \override VerticalAxisGroup.default-staff-staff-spacing.basic-distance = #10
} { … }

\new Staff \with {
  \override VerticalAxisGroup.default-staff-staff-spacing =
    #'((basic-distance . 10)
       (minimum-distance . 9)
       (padding . 1)
       (stretchability . 10))
} { … }

Um Platzierungseinstellungen global vorzunehmen, müssen sie in der \layout-Umgebung vorgenommen werden:

 
\layout {
  \context {
    \Staff
    \override VerticalAxisGroup.default-staff-staff-spacing.basic-distance = #10
  }
}

Standardeinstellungen für die vertikalen Platzierungs-Grobeigenscahften finden sich in (internals)VerticalAxisGroup in Abschnitt ‘VerticalAxisGroup’ in Referenz der Interna und (internals)StaffGrouper in Abschnitt ‘StaffGrouper’ in Referenz der Interna aufgelistet. Standardveränderungen für bestimmte Typen von Nicht-Notensystemzeilen finden sich im relevanten Abschnitt in in (internals)Contexts in Abschnitt ‘Contexts’ in Referenz der Interna aufgelistet.

Eigenschaften des VerticalAxisGroup-Grobs

VerticalAxisGroup-Eigenschaften werden normalerweise mit einem \override-Befehl auf Staff-(Notensystem-)Ebene (oder entsprechend) vorgenommen.

staff-staff-spacing

System-System-Platzierung

Wird benutzt, um den Abstand zwischen dem aktuellen Notensystem und dem Notensystem direkt darunter in der gleichen Notensystemgruppe zu bestimmen, auch wenn eine oder mehrere Nicht-Notensystemzeilen (wie etwa Lyrics) dazwischen stehen. Gilt nicht für das unterste System einer Systemgruppe.

Die Eigenschaft staff-staff-spacing einer VerticalAxisGroup ist eine Scheme-Funktion, welche die Eigenschaften vom StaffGrouper-Grob den Notensystemen zuweist, wenn sie einer Systemgruppe angehören, bzw. die default-staff-staff-spacing-Eigenschaft bei einem einzelnen Notensystem. Dadurch können Systeme unterschiedlich in Abhängigkeit von ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe (StaffGroup) platziert werden. Wenn gleichmäßige Aufteilung ohne Berücksichtigung von Gruppierungen gewünscht ist, kann diese Funktion durch eine flexible Platzierungs-Aliste ersetzt werden, wobei man die vollständige Redefinition auf die oben gezeigte Weise vornehmen muss.

default-staff-staff-spacing

Normale-System-System-Platzierung

Eine flexible Platzierungs-Aliste, die den Wert von staff-staff-spacing für ungruppierte Notensysteme einstellt, es sei denn, staff-staff-spacing wirde explizit mit \override eingestellt.

staff-affinity

System-Anziehung

Die Richtung des Systems, die benutzt wird, um die aktuelle Nicht-Notensystemzeile zu platzieren. Mögliche Werte sind UP (nach oben), DOWN (nach unten) und CENTER (mittig). Wenn CENTER wird die Nicht-Notensystemzeile vertikal mittig zwischen den beiden nächsten Systemen oben und unten platziert, außer Zusammenstöße und andere Platzierungsprobleme verhindern das. Aufeinanderfolgende Nicht-Notensystemzeilen sollten nicht-aufsteigende staff-affinity von oben nach unten haben; also ein Nicht-Notensystemzeile mit UP sollte nicht direkt auf eine mit DOWN folgen. Nicht-Notensystemzeilen über einem Notensystem sollten DOWN benutzen, unter einem Notensystem dagegen UP. Wenn staff-affinity für eine Notensystem eingestellt wird, wird es wie eine Nicht-Notensystemzeile behandelt. Wenn staff-affinity auf #f gesetzt wird, wird eine Nicht-Notensystemzeile wie ein Notensystem behandelt. Wird staff-affinity auf UP, CENTER oder DOWN gesetzt, wird das Notensystem als Nicht-Notensystemzeile plaziert.

nonstaff-relatedstaff-spacing

Nicht-Notensystem-verwandtesSystem-Platzierung

Der Abstand zwischen der aktuellen Nicht-Notensystemzeile und dem nächsten Notensystem in der Richtung von staff-affinity, wenn keine Nicht-Notensystemzeilen dazwischen auftreten und staff-affinity entweder UP oder DOWN ist. Wenn staff-affinity CENTER ist, dann wird nonstaff-relatedstaff-spacing für die nächsten Notensysteme auf beiden Seiten benutzt, auch wenn andere Nicht-Notensystemzeilen zwischen der aktuellen und einem der Notensystem auftreten. Das heißt, dass die Platzierung eine Nicht-Notensystemzeile sowohl von den umliegenden Notensystemen als auch den umliegenden Nicht-Notensystemzeilen abhängt. Wenn stretchability einer dieser Platzierungstypen auf einen kleinen Wert gesetzt wird, dominiert diese Platzierung. Wird es dagegen auf einen großen Wert gesetzt, hat die Platzierung dieses Objekts nur einen kleinen Einfluss.

nonstaff-nonstaff-spacing

Nicht-Notensystemzeile-Nicht-Notensystemzeile-Platzierung

Der Abstand zwischen der aktuellen Nicht-Notensystemzeile und der Nicht-Notensystemzeile in der Richtung von staff-affinity, wenn beide sich auf der gleichen Seite des verwandten Notensystems befinden und staff-affinity entweder UP oder DOWN ist.

nonstaff-unrelatedstaff-spacing

Nicht-Notensystemzeile-Nicht-verwandtesSystem-Platzierung

Der Abstand zwischen der aktuellen Nicht-Notensystemzeile und dem Notensystem in der gegenüberliegenden Richtung von staff-affinity, wenn keine anderen Nicht-Notensystemzeilen dazwischen auftreten und staff-affinity entweder UP oder DOWN ist. Das kann benutzt werden, um einen Minimalfüllabstand (padding) zwischen einer Lyrics-Gesangstextzeile und dem zugehörigen Notensystem zu verlangen.

Eigenschaften des StaffGrouper-Grobs

StaffGrouper-Eigenschaften werden normalerweise mit einem \override-Befehl auf StaffGroup-Ebene (oder entsprechend) eingestellt.

staff-staff-spacing

Notensystem-Notensystem-Abstand

Der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Notensystemen in der aktuellen StaffGroup. Die staff-staff-spacing-Eigenschaft des VerticalAxisGroup-Grobs eines einzelnen Notensytems kann mit \override in andere Platzierungswerte für dieses Notensystem geändert werden.

staffgroup-staff-spacing

Systemgruppe-System-Abstand

Der Abstand zwischen dem letzten Notensystem der aktuellen StaffGroup und dem Notensystem dirket darunter in der selben Notensystemgruppe, auch wenn eine oder mehrere Nicht-Notensystemzeilen (wie etwa Gesangstext) zwischen den zwei Notensystemen vorkommen. Gilt nicht für das letzte Notensystem einer Systemgruppe. Die staff-staff-spacing-Eigenschaft des VerticalAxisGroup-Grobs individueller Notensysteme kann mit \override in andere Platzierungswerte für dieses Notensystem geändert werden.

Siehe auch

Notationsreferenz: Vertikale \paper-Variablen mit flexiblen Abständen, Alisten verändern.

Installierte Dateien: ‘ly/engraver-init.ly’, ‘scm/define-grobs.scm’.

Referenz der Interna: (internals)Contexts in Abschnitt ‘Contexts’ in Referenz der Interna, (internals)VerticalAxisGroup in Abschnitt ‘VerticalAxisGroup’ in Referenz der Interna, (internals)StaffGrouper in Abschnitt ‘StaffGrouper’ in Referenz der Interna.


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Abstände von nicht gruppierten Notensystemen

@translationof Spacing of ungrouped staves

Notensysteme (wie etwa Staff, DrumStaff, TabStaff usw.) sind Kontexte, die eine oder mehrere Stimmen-Kontexte enthalten, aber keine anderen Notensysteme enthalten können.

Folgende Eigenschaften beeinflussen die Abstände von nicht gruppierten Notensystemen:

Diese Eigenschaften sind einzlen oben behandelt worden, siehe Eigenschaften für Abstände innerhalb von Systemgruppen.

Zusätzliche Eigenschaften kommen hinzu für Notensysteme, die Teil einer Gruppieren (StaffGroup) werden, siehe Abstände von gruppierten Notensystemen.

Folgendes Beispiel zeigt, wie die default-staff-staff-spacing-Eigenschaft sich auf die Platzierung von nicht-gruppierten Notensystemen auswirken kann. Wenn man die gleichen \override-Befehle auf staff-staff-spacing anwendet, ergäbe das den selben Effekt, würde sich aber auch in Fällen auswirken, in denen die Systeme gruppiert sind.

 
\layout {
  \context {
    \Staff
    \override VerticalAxisGroup.default-staff-staff-spacing =
      #'((basic-distance . 8)
         (minimum-distance . 7)
         (padding . 1))
  }
}

<<
  % The very low note here needs more room than 'basic-distance
  % can provide, so the distance between this staff and the next
  % is determined by 'padding.
  \new Staff { b,2 r | }

  % Here, 'basic-distance provides enough room, and there is no
  % need to compress the space (towards 'minimum-distance) to make
  % room for anything else on the page, so the distance between
  % this staff and the next is determined by 'basic-distance.
  \new Staff { \clef bass g2 r | }

  % By setting 'padding to a negative value, staves can be made to
  % collide.  The lowest acceptable value for 'basic-distance is 0.
  \new Staff \with {
    \override VerticalAxisGroup.default-staff-staff-spacing =
      #'((basic-distance . 3.5)
         (padding . -10))
  } { \clef bass g2 r | }
  \new Staff { \clef bass g2 r | }
>>

[image of music]

Siehe auch

Installierte Dateien: ‘scm/define-grobs.scm’.

Schnipsel: (snippets)Spacing in Abschnitt ‘Spacing’ in Schnipsel.

Referenz der Interna: (internals)VerticalAxisGroup in Abschnitt ‘VerticalAxisGroup’ in Referenz der Interna.


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Abstände von gruppierten Notensystemen

@translationof Spacing of grouped staves

In Orchesterpartituren und anderen großen Partituren werden Notensysteme normalerweise in Gruppen zusammengefasst. Der Platz zwischen Gruppen ist normalerweise größer als der Zwischenraum zwischen einzlenen Notensystemen der gleichen Gruppe.

Gruppierte Notensysteme (wie StaffGroup, ChoirStaff, GrandStaff usw.) sind Kontexte, die mehr als ein Notensystem gleichzeitig enthalten können.

Folgende Eigenschaften beeinflussen die Platzierung von Notensystemen innerhalb von Gruppen:

Diese Grob-Eigenschaften sind weiter oben einzeln beschrieben, siehe Eigenschaften für Abstände innerhalb von Systemgruppen.

Das folgende Beispiel zeigt, wie Eigenscchaften des StaffGrouper-Grobs die Platzierung von gruppierten Notensystemen beeinflussen kann:

 
\layout {
  \context {
    \Score
    \override StaffGrouper.staff-staff-spacing.padding = #0
    \override StaffGrouper.staff-staff-spacing.basic-distance = #1
  }
}

<<
  \new PianoStaff \with {
    \override StaffGrouper.staffgroup-staff-spacing.basic-distance = #20
  } <<
    \new Staff { c'1 }
    \new Staff { c'1 }
  >>

  \new StaffGroup <<
    \new Staff { c'1 }
    \new Staff { c'1 }
  >>
>>

[image of music]

Siehe auch

Installierte Dateien: ‘scm/define-grobs.scm’.

Schnipsel: (snippets)Spacing in Abschnitt ‘Spacing’ in Schnipsel.

Referenz der Interna: (internals)VerticalAxisGroup in Abschnitt ‘VerticalAxisGroup’ in Referenz der Interna, (internals)StaffGrouper in Abschnitt ‘StaffGrouper’ in Referenz der Interna.


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Abstände von nicht-Notensystemzeilen

@translationof Spacing of non-staff lines

Nicht-Notensystemzeilen (wie Lyrics, ChordNames usw.) sind Kontexte, deren Layoutobjekte wie Notensysteme gesetzt werden (also als horizontale Zeilen zwischen Notensystemen). Genau gesagt sind Nicht-Notensystemzeilen Nicht-Notensystemkontexte, die ein VerticalAxisGroup-Layoutobjekt erstellen.

Folgende Eigenschaften beeinflussen die Abstände von Nicht-Notensystemzeilen:

Diese Grob-Eigenschaften sind weiter oben einzlen beschrieben; siehe Eigenschaften für Abstände innerhalb von Systemgruppen.

Das folgende Beispiel zeigt, wie die nonstaff-nonstaff-spacing-Eigenschaft die Platzierung von aufeinanderfolgenden Nicht-Notensystemzeilen beeinflussen kann. Indem hier der Wert von stretchability auf einen sehr hohen Wert gesetzt wird, kann der Gesangstext sehr viel weiter als normal gespreizt werden:

 
\layout {
  \context {
    \Lyrics
    \override VerticalAxisGroup.nonstaff-nonstaff-spacing.stretchability = #1000
  }
}

\new StaffGroup
<<
  \new Staff \with {
    \override VerticalAxisGroup.staff-staff-spacing = #'((basic-distance . 30))
  } { c'1 }
  \new Lyrics \with {
    \override VerticalAxisGroup.staff-affinity = #UP
  } \lyricmode { up }
  \new Lyrics \with {
    \override VerticalAxisGroup.staff-affinity = #CENTER
  } \lyricmode { center }
  \new Lyrics \with {
    \override VerticalAxisGroup.staff-affinity = #DOWN
  } \lyricmode { down }
  \new Staff { c'1 }
>>

[image of music]

Siehe auch

Installierte Dateien: ‘ly/engraver-init.ly’, ‘scm/define-grobs.scm’.

Schnispel: (snippets)Spacing in Abschnitt ‘Spacing’ in Schnipsel.

Referenz der Interna: (internals)Contexts in Abschnitt ‘Contexts’ in Referenz der Interna, (internals)VerticalAxisGroup in Abschnitt ‘VerticalAxisGroup’ in Referenz der Interna.


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4.4.2 Explizite Positionierung von Systemen

@translationof Explicit staff and system positioning

Man kann die flexiblen Einstellungen der vertikalen Abstände, wie sie im vorigen Abschnitt erklärt wurden, als eine Sammlung verschiedenerer Einstellmöglichkeiten verstehen, die vor allem die Größe des vertikalen Platzes zwischen Notensystemen und Gruppen auf der Seite kontrollieren.

Die vertikale Platzverteilung kann aber auch auf andere Weise eingestellt werden: mit den Optionen von NonMusicalPaperColumn #'line-break-system-details. Während der flexible vertikale Abstandsmechanismus vertikalen Füllplatz definiert, werden mit NonMusicalPaperColumn #'line-break-system-details absolute vertikale Positionen auf der Seite festgelegt.

NonMusicalPaperColumn #'line-break-system-details akzeptiert eine Liste aus drei unterschiedlichen Einstellungen:

Veränderungen von Grobs (wozu auch NonMusicalPaperColumn gehört), können an drei unterschiedlichen Stellen in der Quelldatei vorgenommen werde:

Wenn der Grob NonMusicalPaperColumn verändert werden soll, wird der \override-Befehl in der \context oder \with-Umgebung eingesetzt. Wenn die Veränderungen aber mitten im Notentext stattfinden sollen, müssen Sie den Befehl \overrideProperty einsetzen. Einige Beispiele für eine Veränderungen von NonMusicalPaperColumn mit dem \overrideProperty-Befehl sind hier aufgelistet:

 
\overrideProperty NonMusicalPaperColumn.line-break-system-details #'((X-offset . 20))

\overrideProperty NonMusicalPaperColumn.line-break-system-details #'((Y-offset . 40))

\overrideProperty NonMusicalPaperColumn.line-break-system-details #'((X-offset . 20)
                                 (Y-offset . 40))

\overrideProperty NonMusicalPaperColumn.line-break-system-details #'((alignment-distances . (15)))

\overrideProperty NonMusicalPaperColumn.line-break-system-details #'((X-offset . 20)
                                 (Y-offset . 40)
                                 (alignment-distances . (15)))

Um zu verstehen, wie jede dieser unterschiedlichen Einstellungen funktioniert, wollen wir uns ein Beispiel vornehmen, dass überhaupt keine Einstellungen (d.h. \override-Befehle) enthält:

 
\header { tagline = ##f }
\paper { left-margin = 0\mm }
\book {
  \score {
    <<
      \new Staff <<
        \new Voice {
          s1*5 \break
          s1*5 \break
          s1*5 \break
        }
        \new Voice { \repeat unfold 15 { c'4 c' c' c' } }
      >>
      \new Staff {
        \repeat unfold 15 { d'4 d' d' d' }
      }
    >>
  }
}

[image of music]

Diese Partitur nimmt Zeilen- und Seitenumbruchinformationen in einer eigenen Stimme vor. Mit dieser Methode kann die Layout-Information einfach von den Noten getrennt werden, was sehr hilfreich ist, wenn das Beispiel komplizierter wird. Siehe auch Eine zusätzliche Stimme für Umbrüche benutzen.

Ausdrückliche \break-Befehle teilen die Noten in sechs Takte lange Zeilen. Die vertikale Platzverteilung wird von LilyPond errechnet. Um den vertikalen Beginn einer jeden Systemgruppe genau anzugeben, kann Y-offset in der line-break-system-details-Eigenschaft des NonMusicalPaperColumn-Grobs wie in dem Beispiel ersichtlich benutzt werden:

 
\header { tagline = ##f }
\paper { left-margin = 0\mm }
\book {
  \score {
    <<
      \new Staff <<
        \new Voice {
          \overrideProperty Score.NonMusicalPaperColumn.line-break-system-details #'((Y-offset . 0))
          s1*5 \break
          \overrideProperty Score.NonMusicalPaperColumn.line-break-system-details #'((Y-offset . 40))
          s1*5 \break
          \overrideProperty Score.NonMusicalPaperColumn.line-break-system-details #'((Y-offset . 80))
          s1*5 \break
        }
        \new Voice { \repeat unfold 15 { c'4 c' c' c' } }
      >>
      \new Staff {
        \repeat unfold 15 { d'4 d' d' d' }
      }
    >>
  }
}

[image of music]

In der line-break-system-details-Eigenschaft kann eine Liste mit vielen Einstellungen eingegeben werden, aber hier wird nur eine Einstellung angegeben. Die Y-offset-Eigenschaft bestimmt hier die exakte vertikale Position auf der Seite, an welcher jede neue Systemgruppe begonnen wird.

Da jetzt der exakte Beginn einer jeden Systemgruppe explizit festgelegt wurde, können wir auch den exakten Beginn eines jeden Notensystems in der Gruppe festlegen. Dies geschieht mit der alignment-distances-Eigenschaft von line-break-system-details.

 
\header { tagline = ##f }
\paper { left-margin = 0\mm }
\book {
  \score {
    <<
      \new Staff <<
        \new Voice {
          \overrideProperty Score.NonMusicalPaperColumn.line-break-system-details #'((Y-offset . 20)
                                           (alignment-distances . (15)))
          s1*5 \break
          \overrideProperty Score.NonMusicalPaperColumn.line-break-system-details #'((Y-offset . 60)
                                           (alignment-distances . (15)))
          s1*5 \break
          \overrideProperty Score.NonMusicalPaperColumn.line-break-system-details #'((Y-offset . 100)
                                           (alignment-distances . (15)))
          s1*5 \break
        }
        \new Voice { \repeat unfold 15 { c'4 c' c' c' } }
      >>
      \new Staff {
        \repeat unfold 15 { d'4 d' d' d' }
      }
    >>
  }
}

[image of music]

Dem line-break-system-details-Attribut des NonMusicalPaperColumn-Grobs werden zwei unterschiedliche Eigenschaften zugewiesen. Auch wenn die Aliste der Attribute von line-break-system-details sehr viel mehr Platzierungsparameter akzeptiert (wie etwa ein korrespondierendes X-offset-Paar), müssen hier nur die Parameter Y-offset und alignment-distances gesetzt werden, um den vertikalen Beginn jedes Systems und jeder Systemgruppe zu kontrollieren. Y-offset bestimmt also die vertikale Position von Systemgruppen und alignment-distances die vertikale Position von einzelnen Notensystemen.

 
\header { tagline = ##f }
\paper { left-margin = 0\mm }
\book {
  \score {
    <<
      \new Staff <<
        \new Voice {
          \overrideProperty Score.NonMusicalPaperColumn.line-break-system-details #'((Y-offset . 0)
                                           (alignment-distances . (30 10)))
          s1*5 \break
          \overrideProperty Score.NonMusicalPaperColumn.line-break-system-details #'((Y-offset . 60)
                                           (alignment-distances . (10 10)))
          s1*5 \break
          \overrideProperty Score.NonMusicalPaperColumn.line-break-system-details #'((Y-offset . 100)
                                           (alignment-distances . (10 30)))
          s1*5 \break
        }
        \new Voice { \repeat unfold 15 { c'4 c' c' c' } }
      >>
      \new StaffGroup <<
        \new Staff { \repeat unfold 15 { d'4 d' d' d' } }
        \new Staff { \repeat unfold 15 { e'4 e' e' e' } }
      >>
    >>
  }
}

[image of music]

Einige Dinge sollten beachtet werden:

Siehe auch

Schnipsel: (snippets)Spacing in Abschnitt ‘Spacing’ in Schnipsel.


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4.4.3 Vermeidung von vertikalen Zusammenstößen

@translationof Vertical collision avoidance

Intuitiv gibt es in der Notation einige Objekte, die zu dem Notensystem gehören, und einige andere, die immer außerhalb des Notensystems positioniert werden sollten. Zu diesen letzteren gehören etwa Übungszeichen, Textbeschriftung und Dynamikbezeichnung (die als Objekte außerhalb des Systems bezeichnet werden können). LilyPonds Regeln um diese Objekte zu positionieren lautet: so nah am Notensystem wie möglich, aber gerade so weit weg, dass sie nicht mit anderen Objekten zusammenstoßen.

Dabei setzt LilyPond die outside-staff-priority-Eigenschaft ein um herauszufinden, ob ein Grob ein Objekt außerhalb des Systems ist: wenn outside-staff-priority eine Zahl ist, dann handelt es sich um ein Objekt außerhalb des Systems. Zusätzlich teilt outside-staff-priority noch mit, in welcher Reihenfolge die Objekte außerhalb des Systems gesetzt werden sollen.

Zuerst werden alle Objekte gesetzt, die nicht außerhalb des Systems gehören. Dann werden die Objekte außerhalb des Systems nach dem Wert ihrer outside-staff-priority (in aufsteigender Anordnung) sortiert. Eins nach dem anderen werden diese Objekte schließlich genommen und so platziert, dass sie nicht mit den Objekten zusammenstoßen, die bereits platziert worden sind. Wenn also zwei Objekte außerhalb des Systems um den gleichen Platz streiten, wird das mit dem geringeren Wert von outside-staff-priority näher an das entsprechende Notensystem gesetzt.

 
\relative c'' {
  c4_"Text"\pp
  r2.
  \once \override TextScript.outside-staff-priority = #1
  c4_"Text"\pp % this time the text will be closer to the staff
  r2.
  % by setting outside-staff-priority to a non-number,
  % we disable the automatic collision avoidance
  \once \override TextScript.outside-staff-priority = ##f
  \once \override DynamicLineSpanner.outside-staff-priority = ##f
  c4_"Text"\pp % now they will collide
}

[image of music]

Der Platz, der zwischen einem Objekt außerhalb des Systems und dem vorhergehenden Objekt eingefügt werden kann (auch als padding bezeichnet), kann durch outside-staff-padding kontrolliert werden.

 
\once \override TextScript.outside-staff-padding = #0
a'^"This text is placed very close to the note"
\once \override TextScript.outside-staff-padding = #3
c^"This text is padded away from the previous text"
c^"This text is placed close to the previous text"

[image of music]

Standardmäßig werden Objekte außerhalb des Systems so gesetzt, dass sie eine horizontale Überschneidung mit einem der vorher gesetzten Grobs vermeiden. Das kann zu Situationen führen, in denen Objekte sehr dicht nebeneinander gesetzt werden. Der vertikale Platz zwischen Notensystemen kann auch gesetzt werden, sodass Objekte außerhalb des Systems ineinander greifen. Mit der Eigenschaft outside-staff-horizontal-padding können Objekte vertikal verschoben werden und derartige Situationen kommen nicht vor.

 
% the markup is too close to the following note
c4^"Text"
c4
c''2
% setting outside-staff-horizontal-padding fixes this
R1
\once \override TextScript.outside-staff-horizontal-padding = #1
c,,4^"Text"
c4
c''2

[image of music]

Siehe auch

Schnipsel: (snippets)Spacing in Abschnitt ‘Spacing’ in Schnipsel.


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