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@translationof Appearance of objects
In diesem Abschnitt wollen wir zeigen, wie die Kenntnisse der vorigen Abschnitte in der Praxis angewandt werden können, um das Aussehen des Musiksatzes zu beeinflussen.
| 4.3.1 Sichtbarkeit und Farbe von Objekten | ||
| 4.3.2 Größe von Objekten | ||
| 4.3.3 Länge und Dicke von Objekten |
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@translationof Visibility and color of objects
In Unterrichtsmaterial für den Musikunterricht wird oft eine Partitur dargestellt, in der bestimmte Notationselemente fehlen, so dass der Schüler die Aufgabe bekommt, die nachzutragen. Ein einfaches Beispiel ist etwa, die Taktstriche zu entfernen, damit der Schüler sie selber zeichnen kann. Aber die Taktstriche werden normalerweise automatisch eingefügt. Wie verhindern wir, dass sie ausgegeben werden?
Bevor wir uns hieran machen, sei daran erinnert, dass Objekteigenschaften in sogenannten Schnittstellen – engl. interface – gruppiert sind, siehe auch Eigenschaften, die Schnittstellen besitzen können. Das dient ganz einfach dazu, die Eigenschaften zusammenzufassen, die üblicherweise zusammen benötigt werden – wenn eine davon für ein Objekt gilt, dann auch die anderen. Manche Objekte brauchen die Eigenschaften von der einen Schnittstelle, andere von einer anderen. Die Schnittstellen, die die Eigenschaften von einem bestimmten Grob beinhalten, sind in der IR unten auf der Seite aufgelistet, die dieses Grob beschreibt. Die Eigenschaften können betrachtet werden, indem die Seite der entsprechenden Schnittstelle geöffnet wird.
Zu Information, wie man Eigenschaften von Grobs findet, siehe
Eigenschaften von Layoutobjekten. Wir benutzen also jetzt
die selbe Methode um in der IR das Layout-Objekt zu finden,
dass für die Taktstriche zuständig ist. Über die Überschriften
Backend und All layout objects kommen
wir zu einem Layout-Objekt mit der Bezeichnung
BarLine (engl. Taktstrich). Seine Eigenschaften
beinhalten zwei, die über die Sichtbarkeit entscheiden:
break-visibility und stencil.
BarLine unterstützt auch einige Schnittstellen,
unter anderem grob-interface, wo wir eine
transparent und eine color-Eigenschaft
finden. Alle können die Sichtbarkeit von Taktstriche (und
natürlich auch die Sichtbarkeit von vielen anderen Objekten)
beeinflussen. Schauen wir uns diese Eigenschaften eine
nach der anderen an.
Die stencil-Eigenschaft (Matrize) | ||
The break-visibility-Eigenschaft (unsichtbar machen) | ||
Die transparent-Eigenschaft (durchsichtig) | ||
Die color-Eigenschaft (Farbe) |
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stencil-Eigenschaft (Matrize)@translationof The stencil property
Diese Eigenschaft kontrolliert die Erscheinung der Taktstriche,
indem sie das Symbol bestimmt, das ausgegeben werden soll.
Wie bei vielen anderen Eigenschaften auch, kann sie so
eingestellt werden, dass sie nichts ausgibt, indem ihr Wert
auf #f (falsch) gesetzt wird. Ein Versuch also,
wie vorher, indem wir den impliziten Kontext (Voice)
auslassen:
\relative { \time 12/16 \override BarLine.stencil = ##f c''4 b8 c d16 c d8 | g,8 a16 b8 c d4 e16 | e8 }
Die Taktstriche werden aber immer noch angezeigt. Was ist da
falsch gelaufen? Gehen Sie zurück zur IR und schauen Sie auf
die Seite, die die Eigenschaften für BarLine angibt.
Oben auf der Seite steht: „Barline objects are created
by: Bar_engraver“. Schauen Sie sich die
Bar_engraver-Seite an. Unten auf der Seite steht
eine Liste der Kontexte, in denen der Takt-Engraver
funktioniert. Alle Kontexte sind Staff-Typen (also
Notensystem-Typen). Der Grund, warum der
\override-Befehl nicht funktioniert hat, liegt
also darin, dass das Taktstrich-Objekt (BarLine) sich nicht
im Voice-Kontext befindet. Wenn der Kontext
falsch angegeben wird, bewirkt der Befehl einfach gar
nichts. Keine Fehlermeldung wird ausgegeben und auch
nichts in die Log-Datei geschrieben. Versuchen wir also,
den richtigen Kontext mit anzugeben:
\relative { \time 12/16 \override Staff.BarLine.stencil = ##f c''4 b8 c d16 c d8 | g,8 a16 b8 c d4 e16 | e8 }
Jetzt sind die Taktstriche wirklich verschwunden. Setzen der
stencil-Eigenschaft auf #f wird derart häufig verwendet,
dass es dafür einen eigenen Befehl gibt, \omit:
\relative { \time 12/16 \omit Staff.BarLine c''4 b8 c d16 c d8 | g,8 a16 b8 c d4 e16 | e8 }
Es sollte jedoch beachtet werden, dass das Setzen der
stencil-Eigenschaft auf #f zu Fehlerhinweisen führen
kann, wenn die Dimensionen des Objekts für die richtige Behandlung
benötigt werden. Zum Beispiel werden Fehler ausgegeben, wenn
die stencil-Eigenschaft des NoteHead-Objekts auf
#f gesetzt wird. Wenn dieser Fall auftritt, kann anstatt
dessen die point-stencil-Funktion benutzt werden, welche
den Stencil auf ein Objekt mit der Größe Null setzt:
\relative { c''4 c \once \override NoteHead.stencil = #point-stencil c4 c }
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break-visibility-Eigenschaft (unsichtbar machen)@translationof The break-visibility property
Aus der Beschreibung der Eigenschaften für BarLine
in der IR geht hervor, dass die break-visibility-Eigenschaft
einen Vektor mit drei Booleschen Werten benötigt. Diese
kontrollieren jeweils, ob die Taktstriche am Ende einer Zeile,
in der Mitte einer Zeile und am Anfang einer Zeile ausgegeben
werden. Wenn also alle Taktstriche unsichtbar sein sollen, wie in
unserem Beispiel, brauchen wir den Wert #(#f #f #f), (den es auch
unter dem symbolischen Namen all-invisible gibt).
Versuchen wir es also, und berücksichtigen wir auch den
Staff-Kontext. Beachten Sie auch, dass Sie ##
vor der öffnenden Klammer schreiben müssen:
# wird benötigt als Teil des Wertes, um einen Vektor zu
signalisieren, und das erste # wird benötigt, um
den Wert in einem \override-Befehl anzuführen.
\relative { \time 12/16 \override Staff.BarLine.break-visibility = ##(#f #f #f) c''4 b8 c d16 c d8 | g,8 a16 b8 c d4 e16 | e8 }
Auch auf diesem Weg gelingt es, die Taktstriche unsichtbar zu machen.
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transparent-Eigenschaft (durchsichtig)@translationof The transparent property
Aus den Eigenschaftsdefinitionen auf der grob-interface-Seite
in der IR geht hervor, dass die transparent-Eigenschaft
boolesch ist. Mit #t (wahr) wird also ein Grob durchsichtig
gemacht. Im unserem Beispiel soll jetzt die Taktart durchsichtig
gemacht werden, anstatt die Taktstriche durchsichtig zu machen.
Wir brauchen also wieder die Grob-Bezeichnung für die Taktart.
Auf der „All layout objects“-Seite in der IR müssen wir die
Eigenschaften des TimeSignature-Layout-Objekts suchen
Das Objekt wird vom Time_signature_engraver erstellt,
der sich auch im Staff-Kontext befindet und genauso das
grob-interface unterstützt, wie Sie sich
überzeugen können. Der Befehl, um die Taktangabe unsichtbar zu
machen, ist also:
\relative { \time 12/16 \override Staff.TimeSignature.transparent = ##t c''4 b8 c d16 c d8 | g,8 a16 b8 c d4 e16 | e8 }
Auch das Setzen der transparent-Eigenschaft ist ein recht häufige
Operation und so gibt es auch hierfür eine Kurzform names \hide:
\relative { \time 12/16 \hide Staff.TimeSignature c''4 b8 c d16 c d8 | g,8 a16 b8 c d4 e16 | e8 }
In beiden Fällen ist die Taktangabe ist verschwunden, aber mit diesem Befehl
bleibt freier Platz, wo sich die Taktangabe eigentlich befinden
würde. Das braucht man vielleicht für eine Schulaufgabe, in der
die richtige Taktangabe eingefügt werden soll, aber in anderen
Fällen ist diese Lücke nicht schön. Um auch die Lücke zu entfernen,
muss stattdessen die Matrize (stencil) der Taktangabe auf #f (falsch)
gesetzt werden:
{ \time 12/16 \override Staff.TimeSignature.stencil = ##f c4 b8 c d16 c d8 | g,8 a16 b8 c d4 e16 | e8 }
Und der Unterschied wird deutlich: Setzen des stencil auf #f (ggf.
mittels \omit) entfernt das gesamte Objekt, während man mit
transparent (was auch mittels \hide eingestellt werden kann)
ein Objekt unsichtbar machen kann, es aber an seinem Platz gelassen wird.
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color-Eigenschaft (Farbe)@translationof The color property
Abschließend wollen wir die Taktstriche unsichtbar machen, indem wir sie weiß einfärben. (Es gibt hier eine Schwierigkeit: die weiße Taktstrich übermalt manchmal die Taktstriche, wo sie sie kreuzt, manchmal aber auch nicht. Sie können in den Beispielen unten sehen, dass das nicht vorhersagbar ist. Die Einzelheiten dazu, warum das passiert und wie sie es kontrollieren können, werden dargestellt in (notation)Objekte weiß malen in Abschnitt ‘Objekte weiß malen’ in Notationsreferenz. Im Moment wollen wir lernen, wie man mit Farbe arbeitet, akzeptieren Sie bitte an dieser Stelle die Beschränkung.)
Das grob-interface bestimmt, dass der Wert der Farb-Eigenschaft
eine Liste ist, aber es gibt keine Erklärung, was für eine Liste das
sein soll. Die Liste, die benötigt wird, ist eine Liste mit Werten in
internen Einheiten, aber damit Sie nicht wissen müssen, wie diese
aussehen, gibt es mehrere Wege, Farben anzugeben. Der erste
Weg ist es, „normale“ Farben zu benutzen, wie sie in der
Tabelle in
(notation)Liste der Farben in Abschnitt ‘Liste der Farben’ in Notationsreferenz aufgelistet sind. Beachten Sie,
dass die Bezeichnungen auf Englisch sind. Um die Taktstriche auf
weiß zu setzen, können Sie schreiben:
\relative { \time 12/16 \override Staff.BarLine.color = #white c''4 b8 c d16 c d8 | g,8 a16 b8 c d4 e16 | e8 }
und die Taktstriche verschwinden in der Tat. Beachten Sie, dass white nicht mit einem Apostroph angeführt wird – es ist kein Symbol, sondern eine Variable. Wird sie ausgewertet, stellt sie eine Liste mit internen Werten zu Verfügung, mit welcher die Farbe auf weiß gestellt wird. Die anderen Farben in der Liste sind auch Funktionen. Um sich zu überzeugen, dass der Befehl auch wirklich funktioniert, können Sie die Farbe auf eine der anderen Variablen dieser Liste abändern.
Die zweite Art die Farbe zu ändern geschieht, indem die Liste
der X11-Farbbezeichnungen einzusetzen, siehe die zweite Liste
in
(notation)Liste der Farben in Abschnitt ‘Liste der Farben’ in Notationsreferenz. Diese Namen werden durch die Funktion
x11-color durch die tatsächlichen internen Farbwerte ersetzt.
Das geschieht wie folgt:
\relative { \time 12/16 \override Staff.BarLine.color = #(x11-color 'white) c''4 b8 c d16 c d8 | g,8 a16 b8 c d4 e16 | e8 }
In diesem Fall hat die Funktion x11-color ein Symbol
als Argument, darum muss dem Symbol ein Apostroph vorangestellt
werden, damit es nicht als Variable interpretiert wird. Beide
zusammen müssen in Klammern gesetzt werden.
Es gibt noch eine weitere Funktion, die RGB-Werte in die
internen Werte übersetzt – die rgb-color-Funktion. Sie
braucht drei Argumente, um die Stärke von Rot, Grün und
Blau darzustellen. Die Werte befinden sich zwischen
0 und 1. Um also die Farbe Rot darzustellen, muss der
Wert der Funktion lauten: (rgb-color 1 0 0), weiß
würde sein: (rgb-color 1 1 1).
\relative { \time 12/16 \override Staff.BarLine.color = #(rgb-color 1 1 1) c''4 b8 c d16 c d8 | g,8 a16 b8 c d4 e16 | e8 }
Schließlich gibt es noch eine Grauskala, die zu den X11-Farben
gehört. Sie reicht von schwarz ('grey0) bis
weiß ('grey100), in Einerschritten. Wir wollen das
illustrieren, indem alle Layout-Objekte im Beispiel
verschiedene Grauschattierungen erhalten:
\relative { \time 12/16 \override Staff.StaffSymbol.color = #(x11-color 'grey30) \override Staff.TimeSignature.color = #(x11-color 'grey60) \override Staff.Clef.color = #(x11-color 'grey60) \override Voice.NoteHead.color = #(x11-color 'grey85) \override Voice.Stem.color = #(x11-color 'grey85) \override Staff.BarLine.color = #(x11-color 'grey10) c''4 b8 c d16 c d8 | g,8 a16 b8 c d4 e16 | e8 }
Beachten Sie die Kontexte, die mit jedem einzelnen Layout-Objekt verbunden sind. Es ist wichtig, den richtigen Kontext einzusetzen, damit die Befehle funktionieren. Denken Sie daran, dass der Kontext sich daran orientiert, wo sich der entsprechende Engraver befindet. Den Standardkontext für Engraver finden Sie, indem Sie beim Layout-Objekt beginnen, zum Engraver gehen, der es produziert und auf der Seite des Engravers in der IR finden Sie Information, in welchem Kontext sich der Engraver normalerweise befindet.
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@translationof Size of objects
Als Startpunkt wollen wir wieder ein früheres Beispiel wählen, siehe Musikalische Ausdrücke ineinander verschachteln. Hier wurde ein neues Notensystem erstellt, wie man es für ein (music-glossary)ossia in Abschnitt ‘ossia’ in Glossar braucht.
\new Staff ="main" { \relative { r4 g'8 g c4 c8 d | e4 r8 << { f8 c c } \new Staff \with { alignAboveContext = "main" } { f8 f c } >> r4 | } }
Ossia-Systeme werden normalerweise ohne Schlüssel und Taktangabe
geschrieben, und sie werden etwas kleiner als das Hauptsystem gesetzt.
Wie man Schlüssel und Taktangabe entfernt, wissen wir schon:
wir setzen den Stencil von beiden auf #f:
\new Staff ="main" { \relative { r4 g'8 g c4 c8 d | e4 r8 << { f8 c c } \new Staff \with { alignAboveContext = "main" } { \omit Staff.Clef \omit Staff.TimeSignature { f8 f c } } >> r4 | } }
wobei ein zusätzliches Klammerpaar nach der \with-Konstruktion
erforderlich ist um sicherzugehen, dass die Modifikation und
die Noten sich auch auf das Ossia-System beziehen.
Was für einen Unterschied macht es, ob man den Staff-Kontext
mit \with verändert, oder ob man die Stencils mit
\override oder wie in diesem Fall mit \omit beeinflusst?
Der größte Unterschied liegt
darin, dass Änderungen, die mit \with eingeführt werden,
während der Erstellung des Kontextes mit erzeugt werden und
als Standardeinstellungen für diesen Kontext während seiner
gesamten Dauer gelten, während \set- oder \override-Befehle
dynamisch in die Noten eingebettet werden – sie führen die
Änderungen synchron mit einem bestimmten Zeitpunkt in
der Musik aus. Wenn die Änderungen mit \unset
oder \revert rückgängig gemacht werden, werden
wieder die Standardwerte eingesetzt, die also die sind, die
mit einer \with-Konstruktion definiert wurden, oder
wenn hier keine definiert worden sind, die normalen
Standardwerte.
Manche Kontexteigenschaften können nur ein einer
\with-Konstruktion verändert werden. Das sind
Eigenschaften, die nicht sinnvoll mitten im System geändert
werden können. alignAboveContext (Orientierung
über dem Kontext) und die Parallele,
alignBelowContext (Orientierung unter dem Kontext)
sind zwei derartige Eigenschaften – wenn das Notensystem
einmal erstellt wurde, ist die Orientierung schon bestimmt
und es wäre nicht sinnvoll, sie später zu ändern.
Die Standardwerte für Layout-Objekt-Eigenschaften können
auch in der \with-Konstruktion gesetzt werden.
Benutzen Sie einfach den normalen \override-Befehl
ohne den Kontext, denn der Kontext ist eindeutig definiert
durch die Stelle, an welcher sich \with befindet.
Wenn an dieser Stelle ein Kontext angegeben wird, produziert LilyPond
eine Fehlermeldung.
Das obige Beispiel könnte also auch so aussehen:
\new Staff ="main" { \relative { r4 g'8 g c4 c8 d | e4 r8 << { f8 c c } \new Staff \with { alignAboveContext = "main" % Don't print clefs in this staff \override Clef.stencil = ##f % Don't print time signatures in this staff \override TimeSignature.stencil = ##f } { f8 f c } >> r4 | } }
Es zeigt sich, dass wir hier ebenso die Kurzformen \hide
und \omit zum Setzen der transparent-Eigenschaft und
zum Entfernen des stencil verwenden können, was zu folgender
Fassung führt
\new Staff ="main" { \relative { r4 g'8 g c4 c8 d | e4 r8 << { f8 c c } \new Staff \with { alignAboveContext = "main" % Don't print clefs in this staff \omit Clef % Don't print time signatures in this staff \omit TimeSignature } { f8 f c } >> r4 | } }
Nun können wir daran gehen, auch wirklich die Größe der Objekte zu ändern.
Manche Layout-Objekte werden aus Glyphen erstellt,
die sich in einer Schriftartdatei befinden. Dazu gehören
die Notenköpfe, Versetzungszeichen, Text, Schlüssel,
Taktbezeichnung, Dynamik und Gesangstext. Ihre
Größe wird verändert, indem die
font-size- (Schriftgröße)-Eigenschaft geändert wird, wie
wir bald sehen werden. Andere Layout-Objekte, wie
Bögen – oder allgemein Strecker-Objekte – werden
individuell gezeichnet, es gibt dazu also keine
font-size, die mit ihnen verknüpft wäre.
Weitere Eigenschaften wie die Länge von Hälsen und
Taktstriche, Dicke von Balken und anderen Linien und
der Abstand der Notenlinien voneinander müssen auf
spezielle Weise verändert werden.
In unserem Ossia-Beispiel wollen wir zuerst die Schriftgröße verändern. Das ist auf zwei Arten möglich. Entweder wir ändern die Schriftgröße für jede Objektart mit einem eigenen Befehl, etwa:
\override NoteHead.font-size = #-2 |
oder wir ändern die Größe aller Schriftobjekte, indem wir
den Wert einer besonderen Eigenschaft, fontSize,
mit dem \set-Befehl bestimmen oder sie in
eine \with-Konstruktion (ohne \set einschließen.
\set fontSize = #-2 |
Beide Beispiele reduzieren die Schriftgröße um zwei Schritte im Vergleich zum vorigen Wert, wobei jeder Schritt die Schriftgröße um etwa 12% verändert.
Setzen wir das also in unserem Ossia-Beispiel ein:
\new Staff ="main" { \relative { r4 g'8 g c4 c8 d | e4 r8 << { f8 c c } \new Staff \with { alignAboveContext = "main" \omit Clef \omit TimeSignature % Verkleinere alle Fonts um ~24% fontSize = #-2 } { f8 f c } >> r4 | } }
Das sieht aber immer noch nicht richtig aus. Die Notenköpfe und Fähnchen sind kleiner, aber die Hälse im Vergleich dazu zu lang und die Notenlinien zu weit auseinander. Sie müssen auch proportional zur Schriftart verkleinert werden. Der nächste Abschnitt behandelt diese Anpassung.
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@translationof Length and thickness of objects
Abstände und Längen werden in LilyPond üblicherweise
in Notenlinienabständen (engl. staff-spaces) gemessen.
Das ist der Abstand zwischen zwei Notenlinien im System.
Die meisten Dicken (engl. thickness) dagegen werden in
einer internen Einheit Linien-Dicke (engl. line-thickness)
gemessen. Die Linien von Dynamikklammern zum Beispiel
haben standardmäßig eine Dicke von einer Einheit
line-thickness, während die Dicke eines
Notenhalses 1,3 ist. Beachten Sie jedoch, dass sich
manche Dicken anders verhalten: die Dicke von
Balken etwa wird in Notenlinienabständen gemessen.
Wie also werden Längen skaliert um der Schriftgröße
zu entsprechen? Das kann mit einer besonderen Funktion
magstep vorgenommen werden, die genau für
diesen Zweck vorhanden ist. Sie nimmt ein Argument auf,
die Änderung der Schriftgröße (#-2 im obigen Beispiel)
und gibt einen Skalierungsfaktor aus, der dazu dient,
Objekte proportional zueinander zu verändern. So wird
sie benutzt:
\new Staff ="main" { \relative { r4 g'8 g c4 c8 d | e4 r8 << { f8 c c } \new Staff \with { alignAboveContext = "main" \omit Clef \omit TimeSignature fontSize = #-2 % Reduziere Halslängen und Notenlinienabstände in gleicher Weise \override StaffSymbol.staff-space = #(magstep -2) } { f8 f c } >> r4 | } }
Da die Länge eines Halses und viele andere Längeneigenschaften
relativ zum Wert des Notenlinienabstands (staff-space)
errechnet werden, werden sie auch automatisch verkleinert.
Das wirkt sich jedoch nur auf die vertikale Skalierung des Ossias
aus – die horizontale Skala ist durch das Layout des Haupsystems
bestimmt und wird also von diesen Größenänderungen nicht
betroffen. Wenn natürlich die Größe der gesamten Noten reduziert
würde, würde sich auch die horizontalen Abstände ändern. Dass
wird später im Layout-Abschnitt betrachtet.
Mit dieser Änderung ist unser Ossia fertig. Die Größen und Längen aller anderen Objekte können auf analoge Weise geändert werden.
Für kleine Größenänderungen, wie in dem obigen Beispiel,
braucht die Dicke der verschiedenen Linien, wie Taktstriche,
Notenlinien, Balken, Dynamikklammern usw. normalerweise
keine spezielle Anpassung. Wenn die Dicke eines bestimmten
Layout-Objektes angepasst werden muss, kann man das erreichen,
indem die entsprechende thickness-Eigenschaft des
Objekts mit \override verändert wird. Ein Beispiel,
wie man die Dicke von Bögen ändert, wurde schon gezeigt,
siehe Eigenschaften von Layoutobjekten. Die Dicke aller
gezeichneten Objekte (die also nicht aus einer Schriftart
stammen) können auf gleiche Weise geändert werden.
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Dieses Dokument wurde erzeugt von gub am 13. Juli 2020 durch texi2html 1.82.
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