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@translationof Voices contain music
Sänger brauchen Stimmen zum Singen, und LilyPond braucht sie auch: in der Tat sind alle Noten für alle Instrumente in einer Partitur innerhalb von Stimmen gesetzt. Die Stimme ist das grundlegende Prinzip von LilyPond.
| 3.2.1 Ich höre Stimmen | ||
| 3.2.2 Stimmen explizit beginnen | ||
| 3.2.3 Stimmen und Text |
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@translationof I’m hearing Voices
Die grundlegenden und innersten Ebenen in einer LilyPond-Partitur werden „Voice context“ (Stimmenkontext) oder auch nur „Voice“ (Stimme) genannt. Stimmen werden in anderen Notationsprogrammen manchmal auch als „layer“ (Ebene) bezeichnet.
Tatsächlich ist die Voice-Ebene die einzige, die wirklich Noten enthalten kann. Wenn kein Voice-Kontext explizit erstellt wird, wird er automatisch erstellt, wie am Anfang dieses Kapitels gezeigt. Manche Instrumente wie etwa die Oboe können nur eine Note gleichzeitig spielen. Noten für solche Instrumente brauchen nur eine einzige Stimme. Instrumente, die mehrere Noten gleichzeitig spielen können, wie das Klavier, brauchen dagegen oft mehrere Stimmen, um die verschiedenen gleichzeitig erklingenden Noten mit oft unterschiedlichen Rhythmen darstellen zu können.
Eine einzelne Stimme kann natürlich auch vielen Noten in einem Akkord enthalten – wann also braucht man dann mehrere Stimmen? Schauen wir uns zuerst dieses Beispiel mit vier Akkorden an:
\relative { \key g \major <d' g>4 <d fis> <d a'> <d g> }
Das kann ausgedrückt werden, indem man die einfachen spitzen Klammern
< … > benützt, um Akkorde anzuzeigen. Hierfür braucht man
nur eine Stimme. Aber gesetzt der Fall das Fis sollte eigentlich
eine Achtelnote sein, gefolgt von einer Achtelnote G (als Durchgangsnote
hin zum A)? Hier haben wir also zwei Noten, die zur gleichen Zeit
beginnen, aber unterschiedliche Dauern haben: die Viertelnote D und die
Achtelnote Fis. Wie können sie notiert werden? Als Akkord kann man sie
nicht schreiben, weil alle Noten in einem Akkord die gleiche Länge besitzen
müssen. Sie können auch nicht als aufeinander folgende Noten geschrieben
werden, denn sie beginnen ja zur selben Zeit. In diesem Fall also brauchen
wir zwei Stimmen.
Wie aber wird das in der LilyPond-Syntax ausgedrückt?
Die einfachste Art, Fragmente mit mehr als einer Stimme auf einem System
zu notieren, ist, die Stimmen nacheinander (jeweils mit den Klammern
{ … }) zu schreiben und dann mit den spitzen Klammern
(<< … >>) simultan zu kombinieren. Die beiden Fragmente müssen
zusätzlich noch mit zwei Backslash-Zeichen (\\) voneinander
getrennt werden, damit sie als zwei unterschiedliche Stimmen erkannt
werden. Ohne diese Trenner würden sie als eine einzige Stimme notiert
werden. Diese Technik ist besonders dann angebracht, wenn es sich bei
den Noten um hauptsächlich homophone Musik handelt, in der hier und da
polyphone Stellen vorkommen.
So sieht es aus, wenn die Akkorde in zwei Stimmen aufgeteilt werden und zur Durchgangsnote noch ein Bogen hinzugefügt wird:
\relative { \key g \major % Voice = "1" Voice = "2" << { g'4 fis8( g) a4 g } \\ { d4 d d d } >> }
Beachten Sie, dass die Hälse der zweiten Stimme nun nach unten zeigen.
Hier ein anderes Beispiel:
\relative { \key d \minor % Voice = "1" Voice = "2" << { r4 g' g4. a8 } \\ { d,2 d4 g } >> | << { bes4 bes c bes } \\ { g4 g g8( a) g4 } >> | << { a2. r4 } \\ { fis2. s4 } >> | }
Es ist nicht notwendig, für jeden Takt eine eigene
<< \\ >>-Konstruktion zu benutzen. Bei Musik mit nur wenigen
Noten pro Takt kann es die Quelldatei besser lesbar machen, aber
wenn in einem Takt viele Noten vorkommen, kann man die gesamten Stimmen
separat schreiben, wie hier:
<< \key d \minor \relative { % Voice = "1" r4 g' g4. a8 | bes4 bes c bes | a2. r4 | } \\ \relative { % Voice = "2" d'2 d4 g | g4 g g8( a) g4 | fis2. s4 | } >>
Dieses Beispiel hat nur zwei Stimmen, aber die gleiche Konstruktion kann angewendet werden, wenn man drei oder mehr Stimmen hat, indem man weitere Backslash-Trenner hinzufügt.
Die Stimmenkontexte tragen die Namen "1", "2" usw. Der erste
Kontext stellt die „äußeren“ Stimmen ein, die höchste Stimme im
Kontext "1" und die tiefste Stimme im Kontext "2". Die
inneren Stimmen kommen in die Kontexte "3" und "4". In
jedem dieser Kontexte wird die vertikale Ausrichtung von Bögen, Hälsen,
Dynamik usw. entsprechend eingestellt.
\new Staff \relative { % Main voice c'16 d e f % Voice = "1" Voice = "2" Voice = "3" << { g4 f e } \\ { r8 e4 d c8~ } >> | << { d2 e } \\ { c8 b16 a b8 g~ 2 } \\ { s4 b c2 } >> | }
Diese Stimmen sind alle getrennt von der Hauptstimme, die die Noten
außerhalb der << .. >>-Konstruktion beinhaltet. Lassen wir es
uns die simultane Konstruktion nennen. Bindebögen und Legatobögen
können nur Noten in der selben Stimmen miteinander verbinden und können
also somit nicht aus der simultanen Konstruktion hinausreichen. Umgekehrt
gilt, dass parallele Stimmen aus eigenen simultanen Konstruktionen auf
dem gleichen Notensystem die gleiche Stimme sind. Auch andere, mit dem
Stimmenkontext verknüpfte Eigenschaften erstrecken sich auf alle
simultanen Konstrukte. Hier das gleiche Beispiel, aber mit unterschiedlichen Farben für die Notenköpfe der unterschiedlichen Stimmen.
Beachten Sie, dass Änderungen in einer Stimme sich nicht auf die anderen
Stimmen erstrecken, aber sie sind weiterhin in der selben Stimme vorhanden,
auch noch später im Stück. Beachten Sie auch, dass übergebundene Noten
über die gleiche Stimme in zwei Konstrukten verteilt werden können, wie
hier an der blauen Dreieckstimme gezeigt.
\new Staff \relative { % Hauptstimme c'16 d e f << % Takt 1 { \voiceOneStyle g4 f e } \\ { \voiceTwoStyle r8 e4 d c8~ } >> | << % Takt 2 % Voice 1 wird fortgesetzt { d2 e } \\ % Voice 2 wird fortgesetzt { c8 b16 a b8 g~ 2 } \\ { \voiceThreeStyle s4 b c2 } >> | }
Die Befehle \voiceXXXStyle sind vor allem dazu da, um in
pädagogischen Dokumenten wie diesem hier angewandt zu werden.
Sie verändern die Farbe des Notenkopfes, des Halses und des Balkens, und
zusätzlich die Form des Notenkopfes, damit die einzelnen Stimmen
einfach auseinander gehalten werden können. Die erste Stimme ist als
rote Raute definiert, die zweite Stimme als blaue Dreiecke, die dritte
Stimme als grüne Kreise mit Kreuz und die vierte Stimme (die hier nicht
benutzt wird) hat dunkelrote Kreuze. \voiceNeutralStyle (hier auch
nicht benutzt) macht diese Änderungen rückgängig. Später soll gezeigt
werden, wie Befehle wie diese vom Benutzer selber erstellt werden
können. Siehe auch Sichtbarkeit und Farbe von Objekten und
Variablen für Layout Anpassungen einsetzen.
Polyphonie ändert nicht die Verhältnisse der Noten innerhalb eines
\relative-Blocks. Jede Note wird weiterhin relativ zu
der vorherigen Note errechnet, oder relativ zur ersten Note des vorigen
Akkords. So ist etwa hier
\relative { noteA << < noteB noteC > \\ noteD >> noteE }
|
NoteB bezüglich NoteA
NoteC bezüglich NoteB, nicht noteA;
NoteD bezüglich NoteB, nicht NoteA oder
NoteC;
NoteE bezüglich NoteD, nicht NoteA errechnet.
Eine andere Möglichkeit ist, den \relative-Befehl vor jede
Stimme zu stellen. Das bietet sich an, wenn die Stimmen weit voneinander
entfernt sind.
\relative { NoteA … }
<<
\relative { < NoteB NoteC > … }
\\
\relative { NoteD … }
>>
\relative { NoteE … }
|
Zum Schluss wollen wir die Stimmen in einem etwas komplizierteren Stück analysieren. Hier die Noten der ersten zwei Takte von Chopins Deux Nocturnes, Op. 32. Dieses Beispiel soll später in diesem und dem nächsten Kapitel benutzt werden, um verschiedene Techniken, Notation zu erstellen, zu demonstrieren. Ignorieren Sie deshalb an diesem Punkt alles in folgendem Code, das Ihnen seltsam vorkommt, und konzentrieren Sie sich auf die Noten und die Stimmen. Die komplizierten Dinge werden in späteren Abschnitten erklärt werden.
Die Richtung der Hälse wird oft benutzt, um anzuzeigen, dass zwei gleichzeitige Melodien sich fortsetzen. Hier zeigen die Hälse aller oberen Noten nach oben und die Hälse aller unteren Noten nach unten. Das ist der erste Anhaltspunkt, dass mehr als eine Stimme benötigt wird.
Aber die wirkliche Notwendigkeit für mehrere Stimmen tritt erst dann auf, wenn unterschiedliche Noten gleichzeitig erklingen, aber unterschiedliche Dauern besitzen. Schauen Sie sich die Noten auf dem dritten Schlag im ersten Takt an. Das As ist eine punktierte Viertel, das F ist eine Viertel und das Des eine Halbe. Sie können nicht als Akkord geschrieben werden, denn alle Noten in einem Akkord besitzen die gleiche Dauer. Sie können aber auch nicht nacheinander geschrieben werden, denn sie beginnen auf der gleichen Taktzeit. Dieser Taktabschnitt benötigt drei Stimmen, und normalerweise schreibt man drei Stimmen für den ganzen Takt, wie im Beispiel unten zu sehen ist; hier sind unterschiedliche Köpfe und Farben für die verschiedenen Stimmen eingesetzt. Noch einmal: der Quellcode für dieses Beispiel wird später erklärt werden, deshalb ignorieren Sie alles, was Sie hier nicht verstehen können.
Versuchen wir also, diese Musik selber zu notieren. Wie wir sehen
werden, beinhaltet das einige Schwierigkeiten. Fangen wir an, wie
wir es gelernt haben, indem wir mit der << \\ >>-Konstruktion
die drei Stimmen des ersten Taktes notieren:
\new Staff \relative { \key aes \major << { c''2 aes4. bes8 } \\ { <ees, c>2 des } \\ { aes'2 f4 fes } >> | <c ees aes c>1 | }
Die Richtung des Notenhalses wird automatisch zugewiesen; die ungeraden
Stimmen tragen Hälse nach oben, die gerade Hälse nach unten. Die Hälse
für die Stimmen 1 und 2 stimmen, aber die Hälse in der dritten Stimme
sollen in diesem Beispiel eigentlich nach unten zeigen. Wir können das
korrigieren, indem wir die dritte Stimme einfach auslassen und die
Noten in die vierte Stimme verschieben. Das wird einfach vorgenommen,
indem noch ein Paar \\-Stimmen hinzugefügt wird.
\new Staff \relative { \key aes \major << % Voice 1 { c''2 aes4. bes8 } \\ % Voice 2 { <ees, c>2 des } \\ % Auslassen von Voice 3 \\ % Voice 4 { aes'2 f4 fes } >> | <c ees aes c>1 | }
Wie zu sehen ist, ändert das die Richtung der Hälse, aber die horizontale
Ausrichtung der Noten ist nicht so, wie wir sie wollen. LilyPond
verschiebt die inneren Noten wenn sie oder ihre Hälse mit den äußeren
Stimmen zusammenstoßen würden, aber das ist nicht richtig für Klaviermusik.
In anderen Situationen können die Verschiebungen von LilyPond nicht
ausreichend sein, um Überlappungen aufzulösen. LilyPond stellt verschiedene
Möglichkeiten zur Verfügung, um die horizontale Ausrichtung von Noten
zu beeinflussen. Wir sind aber noch nicht so weit, dass wir diese Funktionen
anwenden könnten. Darum heben wir uns das Problem für einen späteren Abschnitt
auf; siehe force-hshift-Eigenschaft in
Überlappende Notation in Ordnung bringen.
Achtung: Gesangstext und Strecker (wie etwa Bögen, Crescendo-Klammern usw.) können nicht von einer Stimme zur anderen erstellt werden.
Notationsreferenz: (notation)Mehrere Stimmen in Abschnitt ‘Mehrere Stimmen’ in Notationsreferenz.
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@translationof Explicitly instantiating voices
Voice-Kontexte können auch manuell innerhalb
eines << >>-Abschnittes initiiert werden. Mit den Befehlen
\voiceOne bis hin zu \voiceFour kann jeder Stimme
entsprechendes Verhalten von vertikaler Verschiebung und Richtung
von Hälsen und anderen Objekten hinzugefügt werden. In längeren
Partituren können die Stimmen damit besser auseinander gehalten
werden.
Die << \\ >>-Konstruktion, die wir im vorigen Abschnitt
verwendet haben:
\new Staff {
\relative {
<< { e'4 f g a } \\ { c,4 d e f } >>
}
}
|
ist identisch zu
\new Staff <<
\new Voice = "1" { \voiceOne \relative { e'4 f g a } }
\new Voice = "2" { \voiceTwo \relative { c'4 d e f } }
>>
|
Beide würden folgendes Notenbild erzeugen:
Der \voiceXXX-Befehl setzt die Richtung von Hälsen,
Bögen, Artikulationszeichen, Text, Punktierungen und Fingersätzen.
\voiceOne und \voiceThree lassen diese Objekte
nach oben zeigen, \voiceTwo und \voiceFour
dagegen lassen sie abwärts zeigen. Diese Befehle erzeugen eine
horizontale Verschiebung, wenn es erforderlich ist, um Zusammenstöße
zu vermeiden. Der Befehl
\oneVoice stellt wieder auf das normale Verhalten um.
Schauen wir uns in einigen einfachen Beispielen an, was genau
die Befehle \oneVoice, \voiceOne und voiceTwo
mit Text, Bögen und Dynamikbezeichnung anstellen:
\relative { % Default behavior or behavior after \oneVoice c'4 d8~ 8 e4( f | g4 a) b-> c | }
\relative { \voiceOne c'4 d8~ 8 e4( f | g4 a) b-> c | \oneVoice c,4 d8~ 8 e4( f | g4 a) b-> c | }
\relative { \voiceTwo c'4 d8~ 8 e4( f | g4 a) b-> c | \oneVoice c,4 d8~ 8 e4( f | g4 a) b-> c | }
Schauen wir und nun drei unterschiedliche Arten an, den gleichen Abschnitt polyphoner Musik zu notieren, jede Art mit ihren Vorteilen in unterschiedlichen Situationen. Wir benutzen dabei das Beispiel vom vorherigen Abschnitt.
Ein Ausdruck, der direkt innerhalb einer << >>-Umgebung
auftritt, gehört der Hauptstimme an. Das ist nützlich, wenn zusätzliche
Stimme auftreten, während die Hauptstimme sich fortsetzt. Hier also
eine bessere Version des Beispiels aus dem vorigen Abschnitt. Die
farbigen Kreuz-Notenköpfe zeigen, dass die Hauptstimme sich jetzt in
einem einzigen Stimmen (voice)-Kontext befindet. Somit kann ein
Phrasierungsbogen ober sie gesetzt werden.
\new Staff \relative { \voiceOneStyle % This section is homophonic c'16^( d e f % Start simultaneous section of three voices << % Continue the main voice in parallel { g4 f e | d2 e) | } % Initiate second voice \new Voice { % Set stems, etc., down \voiceTwo r8 e4 d c8~ | 8 b16 a b8 g~ 2 | } % Initiate third voice \new Voice { % Set stems, etc, up \voiceThree s2. | s4 b c2 | } >> }
Tiefer verschachtelte polyphone Konstrukte sind möglich, und wenn eine Stimme nur kurz auftaucht, kann das der bessere Weg sein, Noten zu setzen:
\new Staff \relative { c'16^( d e f << { g4 f e | d2 e) | } \new Voice { \voiceTwo r8 e4 d c8~ | << { c8 b16 a b8 g~ 2 | } \new Voice { \voiceThree s4 b c2 | } >> } >> }
Diese Methode, neue Stimmen kurzzeitig zu verschachteln, bietet sich an, wenn nur sehr kleine Abschnitte polyphonisch gesetzt sind. Wenn aber die ganze Partitur polyphon ist, ist es meistens klarer, direkt unterschiedliche Stimmen über die gesamte Partitur hinweg einzusetzen. Hierbei kann man mit unsichtbaren Noten dann die Stellen überspringen, an denen die Stimme nicht auftaucht, wie etwa hier:
\new Staff \relative << % Initiate first voice \new Voice { \voiceOne c'16^( d e f g4 f e | d2 e) | } % Initiate second voice \new Voice { % Set stems, etc, down \voiceTwo s4 r8 e4 d c8~ | 8 b16 a b8 g~ 2 | } % Initiate third voice \new Voice { % Set stems, etc, up \voiceThree s1 | s4 b c2 | } >>
Dicht notierte Noten in einem Akkord, oder Noten auf der gleichen Taktzeit aber in unterschiedlichen Stimmen, werden in zwei, manchmal auch mehreren Kolumnen gesetzt, um die Noten am Überschneiden zu hindern. Wir bezeichnen sie als Notenkolumnen. Jede Stimme hat eine eigene Kolumne, und ein stimmenabhängiger Verschiebunsbefehl (engl. shift) wird eingesetzt, wenn eine Kollision auftreten könnte. Das zeigt das Beispiel oben. Im zweiten Takt wird das C der zweiten Stimme nach rechts verschoben, relativ gesehen zum D der ersten Stimme, und im letzten Akkord wird das C der dritten Stimme auch nach rechts verschoben im Verhältnis zu den anderen Stimmen.
Die Befehle \shiftOn, \shiftOnn, \shiftOnnn und
\shiftOff bestimmen den Grad, zu dem Noten und Akkorde
verschoben werden sollen, wenn sich sonst eine Kollision nicht
vermeiden ließe. Die Standardeinstellung ist, dass die äußeren
Stimmen (also normalerweise Stimme 1 und 2) \shiftOff
eingestellt haben, während für die inneren Stimmen (3 und 4)
\shiftOn eingeschaltet ist. Wenn eine Verschiebung
auftritt, werden Stimmen 1 und 3 nach rechts und Stimmen 2 und 4
nach links verschoben.
\shiftOnn und \shiftOnnn definieren weitere
Verschiebungsebenen, die man kurzzeitig anwählen kann, um
Zusammenstöße in komplexen Situationen aufzulösen, siehe auch
Beispiel aus dem Leben.
Eine Notenkolumne kann nur eine Note (oder einen Akkord) von
einer Stimme mit Hälsen nach oben und eine Note (oder einen
Akkord) von einer Stimme mit Hälsen nach unten tragen. Wenn
Noten von zwei Stimmen mit den Hälsen in die gleiche Richtung
an der selben Stelle auftreten und in beiden Stimmen ist
keine Verschiebung oder die gleiche Verschiebungsebene
definiert, wird die Fehlermeldung
„diese Stimme benötigt einen \voiceXx oder
\shiftXx Befehl“
ausgegeben.
Handbuch zum Lernen: Verschieben von Objekten.
Notationsreferenz: (notation)Mehrere Stimmen in Abschnitt ‘Mehrere Stimmen’ in Notationsreferenz.
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@translationof Voices and vocals
Die Notation von Vokalmusik ihre eigene Schwierigkeit, nämlich die Kombination von zwei Ausdrücken: den Noten und dem Text. Achtung: Der Gesangstext wird auf Englisch „lyrics“ genannt.
Wir haben schon den \addlyrics{}-Befehl betrachtet,
mit dem einfache Partituren gut erstellt werden können.
Diese Methode ist jedoch recht eingeschränkt. Wenn der Notensatz
komplexer wird, muss der Gesangstext mit einem neuen
Lyrics-Kontext begonnen werden (mit dem Befehl
\new Lyrics) und durch den Befehl \lyricsto{}
mit einer bestimmten Stimme verknüpft werden, indem die
Bezeichnung der Stimme benutzt wird.
<< \new Voice = "one" { \relative { \autoBeamOff \time 2/4 c''4 b8. a16 | g4. f8 | e4 d | c2 | } } \new Lyrics \lyricsto "one" { No more let | sins and | sor -- rows | grow. | } >>
Beachten Sie, dass der Notentext nur mit einem Voice-Kontext
verknüpft werden kann, nicht mit einem Staff-Kontext.
In diesem Fall also müssen Sie ein System (Staff) und
eine Stimme (Voice) explizit erstellen, damit alles
funktioniert.
Die automatischen Balken, die LilyPond in der Standardeinstellung
setzt, eignen sich sehr gut für instrumentale Musik, aber nicht
so gut für Musik mit Text, wo man entweder gar keine Balken
benutzt oder sie einsetzt, um Melismen zu verdeutlichen.
Im Beispiel oben wird deshalb der Befehl \autoBeamOff
eingesetzt um die automatischen Balken (engl. beam) auszuschalten.
Wir wollen das frühere Beispiel von Judas Maccabæus
benutzen, um diese flexiblere Technik für Gesangstexte
zu illustrieren. Das Beispiel wurde so umgeformt, dass jetzt
Variablen eingesetzt werden, um den Text und die Noten
von der Partiturstruktur zu trennen. Es wurde zusätzlich
eine Chorpartiturklammer hinzugefügt. Der Gesangstext muss mit
\lyricmode eingegeben werden, damit er als Text und
nicht als Noten interpretiert werden kann.
global = { \key f \major \time 6/8 \partial 8 } SopOneMusic = \relative { c''8 | c8([ bes)] a a([ g)] f | f'4. b, | c4.~ 4 } SopOneLyrics = \lyricmode { Let | flee -- cy flocks the | hills a -- dorn, __ } SopTwoMusic = \relative { r8 | r4. r4 c'8 | a'8([ g)] f f([ e)] d | e8([ d)] c bes' } SopTwoLyrics = \lyricmode { Let | flee -- cy flocks the | hills a -- dorn, } \score { \new ChoirStaff << \new Staff << \new Voice = "SopOne" { \global \SopOneMusic } \new Lyrics \lyricsto "SopOne" { \SopOneLyrics } >> \new Staff << \new Voice = "SopTwo" { \global \SopTwoMusic } \new Lyrics \lyricsto "SopTwo" { \SopTwoLyrics } >> >> }
Dies ist die Grundstruktur für alle Chorpartituren. Mehr Systeme können hinzugefügt werden, wenn sie gebraucht werden, mehr Stimmen können zu jedem System hinzugefügt werden, mehr Strophen können zum Text hinzugefügt werden, und schließlich können die Variablen schnell in eine eigene Datei verschoben werden, wenn sie zu lang werden sollten.
Hier ein Beispiel der ersten Zeile eines Chorals mit vier Strophen für gemischten Chor. In diesem Fall ist der Text für alle vier Stimmen identisch. Beachten Sie, wie die Variablen eingesetzt werden, um Inhalt (Noten und Text) und Form (die Partitur) voneinander zu trennen. Eine Variable wurde eingesetzt, um die Elemente, die auf beiden Systemen auftauchen, aufzunehmen, nämlich Taktart und Tonart. Solch eine Variable wird oft auch mit „global“ bezeichnet.
keyTime = { \key c \major \time 4/4 \partial 4 } SopMusic = \relative { c'4 | e4. e8 g4 g | a4 a g } AltoMusic = \relative { c'4 | c4. c8 e4 e | f4 f e } TenorMusic = \relative { e4 | g4. g8 c4. b8 | a8 b c d e4 } BassMusic = \relative { c4 | c4. c8 c4 c | f8 g a b c4 } VerseOne = \lyricmode { E -- | ter -- nal fa -- ther, | strong to save, } VerseTwo = \lyricmode { O | Christ, whose voice the | wa -- ters heard, } VerseThree = \lyricmode { O | Ho -- ly Spi -- rit, | who didst brood } VerseFour = \lyricmode { O | Tri -- ni -- ty of | love and pow'r } \score { \new ChoirStaff << \new Staff << \clef "treble" \new Voice = "Sop" { \voiceOne \keyTime \SopMusic } \new Voice = "Alto" { \voiceTwo \AltoMusic } \new Lyrics \lyricsto "Sop" { \VerseOne } \new Lyrics \lyricsto "Sop" { \VerseTwo } \new Lyrics \lyricsto "Sop" { \VerseThree } \new Lyrics \lyricsto "Sop" { \VerseFour } >> \new Staff << \clef "bass" \new Voice = "Tenor" { \voiceOne \keyTime \TenorMusic } \new Voice = "Bass" { \voiceTwo \BassMusic } >> >> }
Notationsreferenz: (notation)Notation von Gesang in Abschnitt ‘Notation von Gesang’ in Notationsreferenz.
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Dieses Dokument wurde erzeugt von gub am 13. Juli 2020 durch texi2html 1.82.
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