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4.1.2 Seitenformatierung
Ränder, Kopf- und Fußzeilen und andere Layoutvariablen werden entsprechend dem Papierformat automatisch gesetzt.
Standardwerte für Ränder finden sich in der Datei ‘ly/paper-defaults-init.ly’. Sie gelten für die normale Papiergröße (A4, wenn nicht anders angegeben) und sind entsprechend skaliert für andere Papiergrößen.
Dieser Abschnitt zeigt einige der Papiervariablen, die geändert werden können.
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Vertikale Dimensionen
Diese Variablen werden benutzt um andere vertikale Verhältnisse auf einer Seite zu produzieren:
-
markup-system-spacing -
Gibt an, wie der Abstand zwischen Titel (oder der obersten Beschriftung) und dem darauffolgenden Notensystem berechnet wird. Das ist eine assoziative Liste mit fünf Einrägen:
- Platz – Die Größe an dehnbarem Platz zwischen der Grundlinie eines Titels und dem Mittelpunkt des folgenden Notensystems.
- Verschiebung (padding) – Der minimale weiße Platz, der zwischen einem System und der Überschrift erhalten bleiben muss.
- Dehnbarkeit – Wie leicht der Platz zwischen Titel und erstem System geweitet wird, wenn eine Seite gedehnt wird. Wenn der Wert von Dehnbarkeit Null ist, dann wird der Abstand zum nächsten System überhaupt nicht gedehnt. Das hat den Unterschied zu Verschiebung, dass die Höhe eines Systems keinen Einfluss auf die Anwendung von minimum-distance (minimaler Abstand) hat (während die Höhe eines Systems ausdrücklich für Verschiebung verlangt wird.
Der Standard beispielsweise ist:
markup-system-spacing = #'((Platz . 2) Verschiebung . 0.5))
Wenn eine Seite einen keinen ausgeglichenen unteren Rand hat, wird Platz nicht gestreckt. Insbesondere der Abstand auf einer derartigen Seite der größte Wert von
- Platz,
- minimum-distance und
- Verschiebung plus dem Mindestabstand, damit keine Überlappung auftreten.
-
score-markup-spacing -
Definiert den Platz zwiscehn einem System und dem Titel (oder der obersten Beschriftung), der darauf folgt. Der Abstand wird von der Mitte des letzten Notensystems der Systemgruppe zur Grundlinie des darauf folgenden Titels berechnet. Siehe auch markup-system-spacing.
-
score-system-spacing -
Definiert den Abstand zwischen zwei Systemen, wenn sie sich in unterschiedlichen Partituren (Score) befinden, aber zwischen ihnen keine Überschrift kommt. Siehe auch markup-system-spacing.
-
system-system-spacing -
Definiert den Abstand zwischen der Mitte des untersten Notensystems einer Systemgruppe und der Mitte des obersten Notensystems der folgenden Systemgruppe. Siehe markup-system-spacing.
-
markup-markup-spacing -
Definiert den Abstand zwischen zwei Überschriften (oder Beschriftungen auf oberster Ebene). Die Abstände werden von der Grundlinie der ersten Überschrift zur Grundlinie der zweiten Überschrift errechnet. Siehe markup-system-spacing.
-
bottom-margin -
Der Rand zwischen der Fußzeile und dem unteren Rand der Seite. Standard:
6\mm. -
last-bottom-spacing -
Definiert den Abstand von der Mitte des letzten Systems (oder der Grundlinie der letzten Beschriftung) zum Ende des bedruckbaren Bereichs (normalerweise die Oberkante des Seitenrandes). Siehe markup-system-spacing.
-
top-markup-spacing -
Definiert den Abstand vom Oberrand des bedruckbaren Bereichs (also dem Unterrand des oberen Seitenrandes) zur Grundlinie der Ügerschrift. Siehe markup-system-spacing.
-
top-system-spacing -
Definiert den Abstand vom Oberrand des bedruckbaren Bereiches (also dem Unterrand des oberen Seitenrandes) zur Mitte des ersten Notensystems. Der Wert wird nur eingesetzt, wenn oben auf der Seite kein Titel gesetzt ist (in welchem Fall top-markup-spacing benutzt wird). Siehe markup-system-spacing.
-
paper-height -
Die Höhe der Seite. Standard: Die Höhe des aktuellen Papierformats. Zu Einzelheiten siehe Papierformat.
-
top-margin -
Der Rand zwischen der Kopfzeile und dem oberen Rand der Seite. Standard:
5\mm.
Ausgewählte Schnipsel
Kopf- und Fußzeile werden von den Funktionen make-footer und
make-header erstellt, welche in der \paper-Umgebung definiert
werden. Die Standardeinstellungen sind in den Dateien
‘ly/paper-defaults.ly’ und ly/titling-init.ly dargestellt.
Das Seitenlayout wird durch zwei Funktionen der \paper-Umgebung
bestimmt: page-music-height und page-make-stencil. Die erste
teilt dem Zeilenumbruchsalgorithmus mit, wieviel Platz auf einer Seite
belegt werden kann, die zweite hingegen erstellt die konkrete Seite,
nachdem sie die Systeme entgegengenommen hat, die auf der Seite platziert
werden sollen.
Beispiel:
\paper {
paper-width = 2\cm
top-margin = 3\cm
bottom-margin = 3\cm
ragged-last-bottom = ##t
}
Das nächste Beispiel zentriert Seitenzahlen unten auf jeder Seite:
\paper {
print-page-number = ##t
print-first-page-number = ##t
oddHeaderMarkup = \markup \fill-line { " " }
evenHeaderMarkup = \markup \fill-line { " " }
oddFooterMarkup = \markup { \fill-line {
\bold \fontsize #3 \on-the-fly #print-page-number-check-first
\fromproperty #'page:page-number-string } }
evenFooterMarkup = \markup { \fill-line {
\bold \fontsize #3 \on-the-fly #print-page-number-check-first
\fromproperty #'page:page-number-string } }
}
Werte der \paper-Umgebung können in Scheme definiert werden. In diesem
Fall sind mm, in, pt und cm Variablen,
die in der Datei ‘paper-defaults-init.ly’ mit Millimeter-Werten definiert
sind. Darum muss der Wert 2 cm in dem Beispiel unten multipliziert werden
muss:
\paper {
#(define bottom-margin (* 2 cm))
}
Kopf- und Fußzeile werden durch die Funktionen make-footer und
make-header erstellt, welche in \paper definiert sind.
Die Standardwerte finden sich in ‘paper-defaults-init.ly’ und
‘ly/titling-init.ly’.
Das Seitenlayout selber wird von zwei Funktionen in \paper vorgenommen:
page-music-height und page-make-stencil. Die erste sagt
dem Zeilenumbruchsalgorithmus, wieviel Platz auf einer Seite verteilt werden
kann, die zweite erstellt die eigentliche Seite, wenn sie das System hat,
das auf der Seite erscheinen soll.
Siehe auch
Notationsreferenz: Vertikale Abstände zwischen Systemen.
Schnipsel: Spacing.
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Horizontale Dimensionen
Es gibt einige Variablen, die die horizontalen Dimensionen der Seite beeinflussen:
-
binding-offset -
Der Wert, um welchen
inner-marginerhöht wird, um sicherzugehen, dass nichts in der Bindung verschwindet. Funktioniert nur, wenntwo-sidedwahr ist. Standard:0. -
horizontal-shift -
Der Wert, um den alle Systeme (und auch Überschriften und Systemtrenner) nach rechts verschoben werden. Standard:
0.0. -
indent -
Der Einzug für das erste System einer Partitur. Standard:
15\mm. -
inner-margin -
Der Rand, den alle Seiten auf der Innenseite haben, wenn sie Teil eines Buches (
\book) sind. Funktioniert nur, wenntwo-sidedwahr ist. Standard:10\mm. -
left-margin -
Der Rand zwischen dem linken Rand der Seite und dem Anfang der Notensysteme. Standard:
10\mm. -
line-width -
Die Breite der Notensystems. Standard:
paper-widthminusleft-marginundright-margin. -
outer-margin -
Der Rand, den alle Seiten auf der Außenseite haben, wenn sie Teil eines Buches sind. Funktioniert nur, wenn
two-sidedwahr ist. Standard:20\mm. -
paper-width -
Die Breite der Seite. Standard: Die Breite des aktuellen Papierformats. Zu Einzelheiten siehe Papierformat.
-
right-margin -
Der Rand zwischen dem Papierrand und dem Ende jedes Systems. Standard:
10\mm. -
short-indent -
Der Einzug für alle Systeme einer Partitur ausschließlich das erste System. Standard:
0.
Wenn einige der Werte nicht definiert sind, werden die Standardwerte eingesetzt. Ihre exakten Werte werden entsprechend der angegebenen Papiergröße angepasst. Im Moment werden folgende Werte von dieser Skalierung berücksichtigt:
- left-margin
- right-margin
- top-margin
- bottom-margin
- head-separation
- foot-separation
- indent
- short-indent
Die Einstellungen für line-width, left-margin,
right-margin und paper-width hängen voneinander ab,
aber sie müssen nicht vollständig definiert werden.
\paper {
left-margin = 30\mm
}
In diesem Beispiel wird nur left-margin definiert. Der Wert
für right-margin bleibt bei dem Standardwert, line-width
wird automatisch errechnet.
\paper {
line-width = 150\mm
}
Hier erhalten left-margin und right-margin den gleichen Wert.
Deshalb wird line-width von paper-width abgezogen und durch
zwei geteilt. Das bedeutet, dass Systeme auf der Seite zentriert werden, wenn
nur line-width definiert wird.
Einige Überprüfungen werden angestellt, um die Richtigkeit der Wert zu gewährleisten. Wenn die Werte nicht passen oder Systeme aus der Seite hinausragen würden, wird eine Warnung ausgegeben und die Standardwerte eingesetzt.
\paper {
paper-width = 210\mm
left-margin = 20\mm
right-margin = 30\mm
line-width = 100\mm
}
Diese Überprüfungen können vermieden werden, indem man check-consistency
als unwahr definiert.
\paper {
paper-width = 210\mm
left-margin = 20\mm
line-width = 200\mm
check-consistency = ##f
}
Achtung: Wenn paper-width manuell definiert wird, müssen eventuell auch
line-width, left-margin, indent und short-indent
angepasst werden.
Siehe auch
Schnipsel: Spacing.
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Weitere Layout-Variablen
Diese Variablen können verwendet werden, um das allgemeine Layout der Seite anzupassen.
-
auto-first-page-number -
Der Seitenumbruchsalgorithmus wird davon beeinflusst, ob die erste Seitenzahl gerade oder ungerade ist. Wenn die Variable auf wahr gesetzt wird, entscheidet der Seitenumbruchsalgorithmus selber, ob die Noten auf einer geraden oder ungeraden Seite beginnen sollen. Das hat dann zur Folge, dass die erste Seite entweder bleibt wie sie ist oder um eins erhöht wird. Standard:
##f. -
blank-last-page-force -
Die Strafpunkte, wenn eine Partitur auf einer ungeraden Seite beendet wird. Standard:
0. -
blank-page-force -
Die Strafpunkte, wenn eine leere Seite mitten in einer Partitur auftritt. Das wird nicht benutzt von
ly:optimal-breaking, weil hiermit niemals leere Seiten mitten in einer Partitur zugelassen werden. Standard:5. -
check-consistency -
Wenn wahr, wird überprüft, ob
left-margin,right-marginundline-widthzueinander passen. Ihr Gesamtwert darf auch nicht die Seitenbreite (paper-widthübertreffen. Standard:##t. -
first-page-number -
Der Wert der Seitenzahl auf der ersten Seite. Standard:
#1. -
max-systems-per-page -
Die maximale Anzahl an Notensystemen, die auf einer Seite gesetzt werden. Das wird zur Zeit nur von dem
ly:optimal-breaking-Algorithmus unterstützt. Standard: nicht gesetzt. -
min-systems-per-page -
Die minimale Anzahl an Notensystemen, die auf einer Seite gesetzt werden. Das kann dazu führen, dass Seiten zu dicht gefüllt werden, wenn der Wert zu groß gewählt wird. Die Option ist zur Zeit nur von dem
ly:optimal-breaking-Algorithmus unterstützt. Standard: nicht gesetzt. -
page-breaking-system-system-spacing -
Überlistet die Seitenumbruchfunktion, indem ihr ein anderer Wert für
system-system-spacingmitgeteilt wird, als in Wirklichkeit eingestellt ist. Wenn beispielsweisepage-breaking-system-system-spacing #'paddingauf einen deutlich größeren Wert alssystem-system-spacing #'paddinggesetzt wird, setzt die Seitenumbruchsfunktion weniger Systeme auf eine Seite. Standard: nicht gesetzt. -
page-count -
Die Zahl der Seiten, die für eine Partitur benutzt werden sollen. Standard: nicht gesetzt.
-
page-limit-inter-system-space -
Wenn wahr, wird Platz zwischen Systemen eingeschränkt, wenn viel Platz auf der Seite ist. Standard:
##f. Einzelheiten siehe Vertikale Abstände zwischen Systemen. -
page-limit-inter-system-space-factor -
Der Faktor, der von
page-limit-inter-system-spaceverwendet wird. Standard:1.4. Einzelheiten siehe Vertikale Abstände zwischen Systemen. -
page-spacing-weight -
Die relative Gewichtung von (vertikalem) Abstand auf der Seite und (horizontalem) Abstand innerhalb der Zeilen. Hohe Werte gewichten die vertikalen Abstände mehr. Standard:
#10. -
print-all-headers -
Wenn wahr, werden alle Einträge des Titelfeldes (
\header-Umgebung) für jede Partitur ausgegeben. Normalerweise wird nur die Satzbezeichnung und die Opuszahl (pieceundopus) ausgegeben. Standard:##f. -
print-first-page-number -
Wenn wahr, wird auch auf der ersten Seite die Seitenzahl ausgegeben. Standard:
##f. -
print-page-number -
Wenn falsch, werden Seitenzahlen nicht ausgegeben. Standard:
##t. -
ragged-bottom -
Wenn wahr, werden die Systeme nicht gleichmäßig über die Seite verteilt sondern am oberen Seitenrand beginnend eng angeordnet. Das wirkt sich nicht auf die letzte Seite aus. Standard:
##f.Die Variable sollte auf wahr gesetzt werden für Stücke, die nur zwei oder drei Systeme pro Seite haben, wie etwa Orchesterpartituren.
-
ragged-last -
Wenn wahr, wird die letzte Notenzeile einer Partitur nicht bis zum Zeilenende durchgezogen, sondern entsprechend mit Noten gefüllt und dann abgebrochen. Standard:
##f. -
ragged-last-bottom -
Wenn falsch, werden Systeme gleichmäßig über die letzte Seite verteilt. Standard:
##t.Stücke, die zwei oder mehr Seiten gut füllen, sollten die Option auf wahr gesetzt haben.
Sie wirkt sich auch auf die letzte Seite von Buchteilen aus, d.h. Teilen eines Buches, die mit der
\bookpart-Umgebung erstellt werden. -
ragged-right -
Wenn wahr, werden Systeme nicht im Blocksatz gesetzt, sondern erhalten nur ihre normale Breite. Standard:
##f.Wenn eine Partitur nur ein System hat, ist der Standardwert
##t. -
system-separator-markup -
Ein Beschriftungsobjekt, das zwischen zwei Systeme gesetzt wird. Das wird oft in Orchesterpartituren eingesetzt. Standard: nicht gesetzt.
Der Beschriftungsbefehl
\slashSeparatorkann für einen Trenner benutzt werden, etwa so: -
system-count -
Die Anzahl der Systeme, auf denen eine Partitur gesetzt werden soll. Standard: nicht gesetzt.
-
systems-per-page -
Die Anzahl an Systemen, die auf jede Seite gesetzt werden sollen. Diese Option wird zur Zeit nur von dem
ly:optimal-breaking-Algorithmus unterstützt. Standard: nicht gesetzt. -
two-sided -
Wenn auf wahr (
##t) gesetzt, werdeninner-margin,outer-marginundbinding-offsetzusammen benutzt, um die Ränder der Seite in Abhängigkeit von einer geraden oder ungeraden Seitennummer zu errechnen. Damit werden die Werte vonleft-marginundright-marginüberschrieben. Standard:##f.
Siehe auch
Schnipsel: Spacing.
Bekannte Probleme und Warnungen
Die Standard-Kopfzeilendefinition setzt die Seitenzahl und das
instrument-Feld aus der \header-Umgebung in eine
Zeile.
Die Überschriften (aus der \header-Umgebung) werden als
ein System interpretiert, sodass ragged-bottom und
ragged-last-bottom Platz zwischen die Überschrift und
das erste System der Partitur setzen.
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